Verfasst von: A&H | 27.09.2012

Reise nach Spanien (mit Elchi)

St. GallenMurten (Sonntag, 23.9.2012)
Wetter: bewölkt bis schön / Temp.: 14 bis 22 Grad

Der Wettergott hat es gut mit uns gemeint. Das mehrheitlich schöne und trockene Wetter während unseres Schweiz-Aufenthalts hat wesentlich zum speditiven Abarbeiten unseres Mammut-Terminplans beigetragen. Wir hatten lediglich an einem Morgen etwas Regen, als wir unser Wohnmobil bei der MFK überprüfen lassen mussten.

Auf der Anreise nach Spanien schauen wir uns, wenn immer zeitlich möglich, ein paar interessante Städte an. Diesmal haben wir als erstes das mittelalterliche Städtchen “Murten” am “Murtensee” ausgesucht. Anschliessend queren wir das Jura-Massiv bei “Neuchâtel” und fahren weiter über “Pontarlier” – “Champagnole” – “Lons-le-Saunier” – “Chalon-sur-Saöne” nach “Digoin”, um am darauf folgenden Tag wieder auf die mautfreie Autobahn A75 zu gelangen, die uns bis nach Südfrankreich führt. Die abwechslungsreiche Strecke durch das “Jura-Massiv” und das “Massif Central” ist vor allem bei schönem Wetter ein Hochgenuss.

Es ist bereits das fünfte Mal, dass wir mit unserem Wohnmobil nach “La Manga” reisen. Inzwischen ist diese viertägige Fahrt durch Frankreich und Spanien beinahe zur Routine geworden, so dass wir diesmal auf eine ausführliche Berichterstattung verzichten. Wir haben unsere diesbezüglichen Erlebnisse bereits ausführlich beschrieben und bebildert und bitten Interessierte diese in den Reisetagebüchern 1 bis 6 nachzulesen. Sie sind am besten in der Navigationsleiste (rechts) zu erreichen.

Nachfolgend die direkten Links mit den Beiträgen unserer Reisen nach Südspanien:
Reisetagebuch 6
Reisetagebuch 5
Reisetagebuch 4
Reisetagebuch 1

“Murten”, unser erstes Etappenziel auf unserer Reise nach Südspanien, ist jedem Schweizer bekannt wegen der gleichnamigen Schlacht im Jahre 1478 zwischen den Truppen der Eidgenossenschaft und des burgundischen Herzogs “Karl des Kühnen”. Mit dem Sieg der Eidgenossen in dieser wichtigen Entscheidungsschlacht der Burgunderkriege bereiteten sie das Ende des burgundischen Staates vor und ebneten Frankreich den Weg zur Vormacht in Westeuropa. Die Eidgenossen etablierten sich dank der Überlegenheit ihrer Fusstruppen als europäische Militärmacht und wurden von nun an häufig in fremden Diensten als Söldner angeworben. So viel zur Historie ;-)

Gegen Mittag treffen wir bereits am “Murten-See” ein. Da das Städtchen über keinen eigenen Campingplatz verfügt, haben wir uns für den TCS Campingplatz “Le Chablais” im ca. 15 Kilometer “Salavaux” entschieden, welcher ebenfalls Seeanstoss besitzt. Obwohl die Rezeption während der Mittagszeit nicht besetzt ist, können wir durch die geöffnete Schranke in den Platz einfahren und uns eine freie Parzelle aussuchen.

In Folge der fortgeschrittenen Zeit wählen wir für die Fahrt nach “Murten”, trotz des vorhandenen Velowegs entlang des Seeufers, für einmal unseren Roller. Das “Fribourger” Städtchen “Murten” besitzt eine malerische Altstadt mit intakter Stadtmauer.

Einmal mehr werden wir von der Idylle der wohlgefälligen Altstadthäuser gefangen. Die beidseitigen Arkaden in der Hauptgasse beherbergen zahlreiche Boutiquen, Cafés und Restaurants.

Der Wehrgang der Ringmauer aus dem 13. bis 17. Jahrhundert ist sogar für die Öffentlichkeit zum Begehen freigegeben.

Mit den erhöhten Wachttürmen bietet der faszinierende Rundgang eine wunderbare Aussicht auf die Dächer der Stadt und den See.

Kurios mutet dieser verdrillte Kamin an.

Leider ist es den “Murtener” nicht gelungen, die Altstadt verkehrsfrei zu halten ;-) Am späten Nachmittag verlassen wir das sehenswerte Städtchen und machen uns auf den Rückweg nach “Salavaux”. Inzwischen ist die Rezeption des TSC-Campingplatzes wieder besetzt, so dass wir die notwendigen Formalitäten abwickeln können. Wir bleiben ohnehin nur eine Nacht hier, denn die Wetterprognosen für diese Gegend sind leider nicht sehr ermutigend.

Murten (CH) – Digoin (F) (Montag, 24.9.2012)
Wetter: bewölkt bis schön / Temp.: 15,5 bis 22 Grad

Gerade, als wir abfahrbereit sind, beginnt es zu regnen. Eine breite Regenfront zieht aus Südwesten über Mitteleuropa hinweg und beschert uns kräftige Niederschläge. Unser Tagesziel liegt südwestlich, so dass wir sozusagen durch die Front hindurchfahren. Als erstes umfahren wir den “Neuenburgersee” bis “Neuchâtel”, der Kantonshauptstadt, um dann über eine kurvenreiche Strasse die Jurahöhen zu erklimmen.

Die wundervolle Aussicht auf die diversen Seen am Fusse des Juras und die herbstliche Reblandschaft können wir wegen des Schmuddelwetters nur eingeschränkt geniessen :-( Die Strasse schlängelt sich durch die liebliche Hügellandschaft und schon bald erreichen wir bei “Les Vernières” die französische Grenze.

Der Regen lässt bereits nach und als wir das Jura-Gebirge hinter uns haben, hellt der Himmel immer mehr auf.

Das anmutige Städtchen “Louhans” werden wir uns zu einem späteren Zeitpunkt mal ansehen, wenn das Wetter mitspielt.

Durch die mehrheitlich hügelige Landschaft nähern wir uns gegen Mittag unserem Etappenziel “Digoin”.

Je weiter wir vorankommen, umso schöner wird das Wetter. Als wir in den Campingplatz “Camping de al Chevrette” einfahren, scheint die Sonne und wir messen bereits 20 Grad Celsius. “Digoin” bietet zwar einen grossen Wohnmobil-Stellplatz an. Wir ziehen den Campingplatz jedoch vor, weil dieser wesentlich ruhiger liegt, über moderne Duschen- und WC-Anlagen, ein gratis WiFi und den Schutz eines Campingplatzes verfügt. Diese Vorteile sind uns die Euro 17.70 pro Übernachtung allemal wert, und der Platz liegt zudem nur ein paar Gehminuten von der Innenstadt entfernt ;-) Stellplatz und Campingplatz werden übrigens von der “Kommune Digoin” betrieben.

Die ansprechende Ortschaft “Digoin” mit ihren schmucken Häusern haben wir bei unserem letzten Besuch im September 2011 ausführlich beschrieben.

Leider hat das Hotel/Restaurant “Les Diligences” für ein paar Tage geschlossen, so dass wir unseren Café im Bistro am Kirchplatz geniessen.

Das gemütliche Ambiente ist dazu ebenso geeignet :-)

Bei unserem kurzen Rundgang entdecken wir noch das hübsche Rathaus der Stadt.

Für das Abendessen haben wir uns das attraktive Restaurant-Café-Bar-Brasserie “Chez Lily”, welches direkt neben dem Wohnmobil-Stellplatz liegt, ausgesucht. Offenbar möchte der Besitzer mit seiner vielfältigen Lokalbezeichnung gleich alle möglichen Kunden abdecken ;-)

DigoinGruissan (F) (Dienstag, 25.9.2012)
Wetter: bewölkt bis schön / Temp.: 16 bis 28 Grad

Wir stehen beizeiten auf, denn wir haben heute über 500 Kilometer, mehrheitlich auf der mautfreien Autobahn A75, vor uns. Am Morgen ist der Himmel noch bewölkt. Je weiter wir nach Süden vorankommen, umso schöner wird das Wetter. Die abwechslungsreiche Fahrt über das “Massif Central” gestaltet sich ohne Probleme.

Als wir von der Passhöhe, die auf 1’121 Meter über Meeresspiegel liegt, in die Ebenen Südfrankreichs runtertauchen, steigt die Quecksilbersäule um die Wette auf die heutige Rekordmarke von sommerlichen 28 Grad Celsius. Als wir das “Viaduc de Millau” passieren, stellen wir konsterniert fest, dass die Maut einmal mehr aufgeschlagen hat. Immerhin gewinnen wir ca. eine halbe Stunde Zeit. Das ist doch auch etwas wert ;-)

Das imposante Jahrhundert-Brückenbauwerk verbindet die beiden Talseiten des “Tarn” auf 2460 m Länge und in 270 m Höhe über dem Fluss. Das ästhetisch, wie konstruktiv, geniale Viadukt ist mit Stahlseilen an 7 Pylonen aufgehängt, welche die vierspurige Fahrbahn um 87 m überragen. Wie es scheint, muss das im Jahre 2004 fertiggestellte Bauwerk bereits wieder renoviert werden.

Der Wohnmobil-Stellplatz am Bootshafen von “Gruissan” ist schon sehr gut belegt, als wir am mittleren Nachmittag in den Platz einfahren. Obwohl wir schon acht Mal in “Gruissan” übernachtet haben, waren wir noch nie auf der Festung, die sich unübersehbar über dem alten Dorfkern erhebt. Dies holen wir nun nach. Der Aufstieg bleibt übrigens bei Starkwind gesperrt. Einen windstillen Tag wie heute haben wir in “Gruissan” noch nie erlebt.

Die Gassen sind ziemlich belebt. Offenbar haben viele Franzosen noch Ferien. Wir erklimmen über eine Steintreppe die Ruine mit dem Wachtturm und geniessen die herrliche Rundsicht.

Am Fusse des Ruinenhügels befindet sich die von aussen unscheinbare Kirche, die im Innern jedoch unerwartete Sehenswürdigkeiten bereithält.

Gruissan – Vinaròs, Spätzle Fritz (F) (Mittwoch, 26.9.2012)
Wetter: bewölkt, bedeckt bis schön / Temp.: 17,5 bis 25 Grad

Heute erreichen die Temperaturen nicht ganz die sommerlichen Werte von gestern. Mit 25 Grad sind wir aber ganz zufrieden. Wir müssen uns sowieso erst noch an Temperaturen um die 30 Grad, wie sie zurzeit in “La Manga” noch an der Tagesordnung sind, gewöhnen.

Die für uns optimale Reiseroute auf mehrheitlich mautfreien Strassen finden wir Dank unseres “Navis” problemlos. Der Einfachheit halber und wegen der ansonsten zahlreichen Ortsdurchfahrten, wählen wir ab “Narbonne” bis nach der spanischen Grenze die Autobahn A9. Dann wechseln wir bei der Ausfahrt Nr. 3 auf die N-11 und bleiben bis zur Umfahrung von “Barcelona” und “Tarragona” auf dieser mautfreien Nationalstrasse. Aus Sicherheitsgründen umfahren wir die beiden Grossstädte auf dem Autobahnring, der erst noch kostenfrei ist. Anschliessend geht es weiter auf der Nationalstrasse N340 bis zu unserem Etappenziel “Vinaròs”, wo wir auch unseren Dieseltank bei der Tankstelle neben dem “Lidl-Supermarkt” auffüllen.

Der üblicherweise starke Seitenwind auf der Höhe von “Leucate” fehlt heute gänzlich. Wie man an den Linsenwolken unschwer erkennen kann, bläst indessen eine Etage höher ein kräftiger Wind. Nach “Tarragona” werden wir vom böigen Seitenwind, der uns bis nach “Vinaròs” begleitet, fast von der Strasse gefegt.

Die Fahrt auf den meist gut ausgebauten Nationalstrassen hat eigentlich nur Vorteile. Diese sind oft vierspurig oder zumindest breit ausgebaut und verlaufen mehrheitlich parallel zur kostenpflichtigen Autobahn, so dass kaum Mehrweg entsteht. Hinzu kommen die günstigeren Treibstoffpreise an den Tankstellen sowie das kleinere Gefahrenpotential, wenn es um die Gangster auf Spaniens Autobahnen geht (siehe dazu auch unser Beiträge aus den Jahren 2009/10/11). Wenn man, wie wir, sowieso nur maximal 90 km/h fährt, kann man die vorbeiziehende Landschaft erst noch besser geniessen.

Am frühen Nachmittag sind wir bereits an unserem Ziel angelangt. Nach der Querung der AP7 fahren wir am erst kürzlich erstellten, unübersehbaren Chemiewerk vorbei in Richtung “Spätzle Fritz”.

Des einen Freud’, des anderen Leid’! So könnte man die Wetterlage an unserem Tagesziel etwa umschreiben. Eben als wir auf dem Stellplatz beim “Spätzle Fritz” einfahren, beginnt es leicht zu tröpfeln. Die Wirtin meint, dass sie schon monatlang auf etwas Regen gewartet hätten und zeigt sich hoch erfreut. Wir sehen dies ein wenig anders ;-)

Als wir uns zum Abendessen bereit machen, präsentiert sich der Himmel beinahe wieder wolkenlos. So schnell können Wetteränderungen ablaufen :-)

Vinaròs, Spätzle FritzLa Manga del Mar Menor (E) (Donnerstag, 27.9.2012)
Wetter: bedeckt, bewölkt bis schön / Temp.: 14 bis 24 Grad / Wind: 5 – 6 Bf. (O)

Die letzte Reiseetappe bis nach “La Manga” verläuft plangemäss und ohne Zwischenfälle. Auf dem ganzen Weg begleitet uns eine geschlossene Wolkendecke, aber es bleibt trocken. Erst bei “Torrevieja” passieren wir für ein paar Minuten die Naturwaschstrasse, auch Platzregen genannt, so dass unser “Elchi” tüchtig durchgewaschen und zumindest auf der Frontseite von den lästigen Insekten befreit wird. Um eine gründliche Vollreinigung kommen wir allerdings nicht herum, denn seit “Rügen” haben wir unser Reisemobil nie mehr richtig gewaschen.

Um halb zwei Uhr passieren wir das Tor zum “Camping Caravaning La Manga”. Unsere Parzelle ist glücklicherweise schon frei, denn gestern soll dort noch ein anderer Gast gehaust haben. Wir sind dieses Jahr ein paar Tage früher dran, als gewöhnlich. Über das Abladen und Einrichten auf unserer Parzelle brauchen wir eigentlich keine Worte zu verlieren. Die ersten zwei Tage laufen immer nach dem gleichen Schema ab. Das Windsurfen muss trotz des guten Windes warten. Aber wir sind ja noch ein Weilchen hier, genauer gesagt, sechs Monate. Nur nichts überstürzen ;-)


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